Matisse-Madonna

Der für heute vorgesehene Blitz-Artikel über Motivation wäre um ein Haar nur ein Motivations-Warm-up geworden. Das liegt daran, dass sich in der Winterpause so ziemlich alles gedrängelt hat, was in 2020 liegen geblieben ist, statt sich längst auf den Weg zur Steuerberaterin gemacht zu haben. Während dieser Winterpause war ich hoch motiviert, folgendes zu tun:

  • Endlich einen Online-Malkurs zu beginnen, auf den ich mich seit Ende November gefreut habe!
  • Wie alle anderen Sänger:innern aus meinem Chor ein paar Takes für ein Chorvideo zu drehen. Wer im Chor singt, wird wissen, dass beim Singen viel und tief geatmet wird – geht gar nicht! Also, Zeit genutzt, neue Songs einstudiert, Clips gedreht,
  • den Kleiderschrank zur Gesangskabine umfunktioniert, eingesungen und zack!

Prioritäten sind ja auch ganz schön wichtig, wenn es um Motivation geht. Sonst steht ziemlich schnell das Chaos vor der Tür. Manchmal muss man das Chaos aber auch einfach vor der Tür stehen lassen. Denn wenn es um Kunst oder Musik geht, kann ich mich zumindest einfach kaum bremsen. Das ist diese Sache mit der intrinsischen Motivation.

Intrinsische Motivation

Sie ist eine innere Quelle und die reißt einen vom Hocker, ob man will oder nicht. So wie jemand von Velvet Undergound es mal erzählt hat. Ich weiß nicht mehr, wer es war, anyway, irgendwer von ihnen hat wen anders nachts um 3 geweckt und mit den Worten „wake up, creative-time“ in die Küche gelotst, um dann bei Gitarre und Kerzenschein einen Song zu produzieren. – Wobei es schon etwas verwunderlich ist, dass sie nachts überhaupt geschlafen haben, aber gut.

Ja, das ist also Motivation, die von innen kommt. Sie zieht einen wie ein Magnet, man kann sich ihr gar nicht entziehen! Im Gegensatz zur extrinsischen Motivation ist die intrinsische auch einen Zacken selbstständiger, denn sie kommt ohne Verstärker und Anreize von außen aus!

Extrinsische Motivation

Die extrinsische Motivation ist auch Bewegung, aber sie wird von anderen Absichten, von anderen Motiven in Gang gesetzt. Sie will entweder von etwas Schlechtem weg oder zu etwas Besserem hin. Es geht auch beides gleichzeitig, zum Beispiel befindet man sich dann in Mordor und bewegt sich von dort aus nach Lothlórien.

Kunst, oder was auch immer die intrinsische Motivation bei jemandem weckt (Kochen, Gärtnern, Flick Flack üben, Zaubertricks einstudieren, Zahlenkolonnen ordnen) würde als Kompass visualisiert, nicht in eine Richtung zeigen, sondern sternförmig in alle Richtungen.

Tangenten, die bis in die Unendlichkeit reichen. So fühlt sich das dann auch an.

Jetzt aber schnell wieder zum Tagwerk schreiten, sonst wird das nix mit Dienstag. Mein aktueller Malauftrag lautet nämlich, ein berühmtes Meisterwerk in verschiedenen Stilen zu kopieren. Das Ziel ist es – festhalten! – die Angst vor dem Skizzenbuch zu verlieren!

Völlig unabhängig von Weihnachten habe ich die Sixtinische Madonna gewählt und freue mich gerade unbändig auf kommenden Dienstag, weil das der nächste freie Tag ist, an dem ich sie weitermalen kann. Diesmal im Henri-Matisse-Style … sehr verwegene Sache, eine Matisse-Madonna. Es kann sein, dass das total daneben geht, das Kunstwerk sieht nämlich auch jetzt schon ganz schön … wie soll ich sagen … schlimm aus … . Aber es zu tun, durchzuziehen, dabei zu sein und zu erleben, was passiert und wie es sich anfühlt – das ist der Sinn.

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